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Wanderung

Die Sonne wirft schon lange Schatten,
der steile Weg ist kalt und hart
und dürre Äste kahler Bäume
greifen hinab auf meinen Pfad.

Ein Tag wie heute war nur Last
Und meine Wand'rung eine Qual.
Doch weiß ich, dass der Weg der Richt'ge ist
Und keine Ruhe mich erwartet.

Manchmal noch träume ich von Dir;
Besonders wenn ich müde bin.
Dann seh' ich Deine Augen, hör' Dein Lachen
Und meine Einsamkeit tut weh.

Ich nehm' die Dinge wie sie sind
Und trau're nicht dem Gestern nach;
Wenn auch das Leben ohne Dich
So leer wie eine tote Wüste ist.

Was morgen auf mich wartet, weiß ich nicht.
Es spielt auch keine große Rolle mehr.
Mein Lachen und mein Glück sind mit Dir fort
Und meine Füße tragen mich der Nacht entgegen.


Übersetzt aus dem Niederländischen von Amanda Meierdirks-Hanfstängel
© Hendrik van de Slootsbo, 2004



Sommerabend

Der Wind weht durch die Bäume, zaust das Laub.
Es wird leicht kühl auf der Veranda.
Ich sitze an dem großen, leeren Tisch
Und blicke weit hinaus auf Felder und auf Wiesen.

Ein weit'rer Tag geht irgendwie zu Ende,
voller Termine, Pflichten und voll Hast.
Meine Gedanken wandern weit zurück
Zu jenen Tagen, als Du bei mir saß'st.

Ich seh' Dein Lächeln, Deine großen Augen,
ich spür' den festen Druck der lieben Hand.
Nun spielen meine Finger mit dem leeren Glas,
das ich zu müde bin, erneut zu füllen.

Bald wird' ich mich ins Bett verkriechen
Und hoffen, dass der Schlaf bald kommt.
Denn morgen wartet neu ein voller Tag,
der so wie heute Pflichten und Termine bringt.

So wird es immer weiter geh'n, und Tag um Tag
Und Stund' um Stund' auf immer gleich verrinnen.
Denn ohne Dich ist aller Sinn des Lebens fort,
all meine Freude, meine Liebe, all mein Glück.

Auch wenn Momente voller Heiterkeit und Lachen
Mich oft nach außen fröhlich scheinen lassen,
so fühle ich mich leer wie dieses Glas
und weiß, dass es nie wieder voll sein wird.

Was ist ein halbes Buch, ein halber Stuhl?
Man wirft sie fort, weil sie unbrauchbar sind.
Auch ich bin nur noch "halb" so ohne Dich
Und lebe "fortgeworfen", ohne Sinn und Ziel.

Es wird jetzt dunkel und mich fröstelt.
Ich nehm' mein Glas und geh' hinein.
Im Haus Ist's dunkel und recht kühl.
Ich geh' zu Bett und warte auf den neuen Tag.

Übersetzt aus dem Niederländischen von Amanda Meierdirks-Hanfstängel
© Hendrik van de Slootsbo, 2002



Trauer

Die Kirschen blüh'n, die Tulpen leuchten.
Die Rosen treiben und die Sonne strahlt.
Ich sitz' im Garten auf dem alten Stuhl
und starre vor mich auf das satte Gras.

Der Garten geht in Felder über.
Der Blick schweift über weites Land.
Hier hocktest Du in Deinen Beeten,
um Löwenzahn und Girsch zu jäten.

Dein Atem weht noch übers Land,
und schließe ich einmal die Augen,
so höre ich Dich leise summen
und spür' Dein Haar im Winde weh'n.

Wo Du jetzt bist, mag es Dir besser gehen.
Zurück bleibt mir nur die Erinnerung.
Das Haus ist leer, mein Bett ist kalt.
Der Garten bleibt sich überlassen.

Ich stehe auf wie im Reflex,
um Zigaretten Dir zu holen.
Im Haus begreif' ich, stehen bleibend,
wie sinnlos all mein Tun geworden ist.

Die Glut im Ofen ist erloschen
und Kälte kriecht durch jeden Raum.
Ich sitz' jetzt ausgebrannt und Tränen-leer
am runden Tisch vor meinem leeren Glas.

Die Zeit verrinnt, die Dunkelheit bricht an.
Doch find' ich keine Kraft, etwas zu tun.
Du sagtest einmal, es geht immer weiter,
aber wohin, dass sagtest Du mir nicht.


Übersetzt aus dem Niederländischen von Amanda Meierdirks-Hanfstängel
© Hendrik van de Slootsbo, 2001